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LECHRAINER DIALEKT

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Besuchen Sie auch meine Homepage "Region Lechrain" (Google) oder www.lechrain1.de/lechrain/index.html                                                                                                                                                                                  [ geht z.Z.nicht]     

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Textproben  

 

S' Lejchruanr Biawla [vo Wowara]

Bua, Boara semmr, hod s Ejla gsejd,
d'Schwoowa fanga easchd iwern Lejch dennd a.
Sou isch ba ins scha alwl gwejsa,
seid daß dr Harrgodd d'Wööd erschaffa hod.

Ejla, dejs glouwi wöll, hod s Biawla gsejd,
Sauboara haawas ins oufd scha ghoaßa, d'5chwoowa,
bal mrs dretzd und gschbejddld haawa:
,,5chwebla magsch koi Zwieblassubb"!

Ejla, frogg dr Bua awr weiddr, wiasou kimmbs,
daß d'Boara z Brugg und z Mingka dinn                                                                                                                                                                                                                                                                                                                     Ins o als Schwoowa schimfa,                                                                                                                                                                                                                                                                               bal mr rejda wia ba ins drhua?

Mei liawr Bua, hoddn s Ejla dreaschd,
dejs isch a gschbessiga Gschiachd.
Kraad d Unddrländar sens, dej Möüddl,
dej wou ins als Schwoowa arg varschbejddla!

Awer Biawla, loß dr dejs idd zucka, mork dr:
Mi schweewla idd und diana o idd möüddla.
Mi rejda ganz an eigana Schbrooch                                                                                                                                                                                                                                                                        am Lejchrua, do wou insr Huamad isch.

 

 

Aus M. Wölzmüller, Der Lechrainer und seine Sprache 1992 .

Wowara = Wabern





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D I E  H E I L I G E   N A C H T

 Eine Weihnachtslegende von Ludwig Thoma

 Ins Lechrainer - Deutsch übertragen von Pankraz Fried, Wabern                                                 

 Heinrichshofen l997 -  überarbeitet  1999, Testversion in Überarbeitung 2010                     

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Vorbemerkungen

 

l) Vokale (a, o, u, i, ei usw.) mit folgendem n werden meist nasaliert gesprochen: an~(añ), un~(uñ) ein~ (eiñ), usw.  

2) l wird immer dumpf vokalisiert gesprochen (ü): bair. ui  schwäb. l

3) ej = e-i, ej

4) a wird meist kurz (im Auslaut)  oder hell  und lang gesprochen (desw. schwäb. Klang!)

5) o  wird oft  diphtongiert ou gesprochen.

6) Endung hd.-en, -la, lan= lechr. unbetont.vokal. -a   gegenüber bair. kons. -n : essa / essn

6) s  am Wortanfang selbstverständlich sch 

7) k wird affriziert kh gesprochen,  h in der Wortmittel ch  (Weichbrunna = Weihwasser)

Wie bei Thoma erfolgt die Dialektübertragung in der deutschen Schriftsprache. Da das Lechrainische immer weniger gesprochen wird, wurden Elemente der Lautsprache stark berücksichtigt. Eine richtige Wiedergabe ist fast nur durch einen (älteren) Lechrainer Dialektsprecher möglich, wie dies 2001 noch in der Kirche in Heinrichshofen der Fall war. Es wird versucht, die Dialektfassung auf Tonband aufzunehmen.

Beispiele:

bair.   oan = lr. uañn (einen)        bair.greina  = lr. grein~na (greinen) 

         i hob = i houñ (habe)              sei     =    sei~ (sein)

         koan = khuañn (kein)              ein      =   ei~ (ein)

         kloa = khluañ (klein)               Stoa    =    Stuañ 
   
         no  = nouñ ~ (noch)               dahoam  =    dahuañ               

         aa  = oo  (auch)                    kommen  = kheima, i kimm

         oana = uañr, uañnr (einer)

          öifa = uañlfa (elf) 

Von lechrainischen Eigenheiten abgesehen wurde die Vorlage von Thoma möglichst wörtlich übertragen, soweit Bairisch und Lechrainisch identisch ist. Doch blieben Ungereimheiten bei den Versendungen.  Zum Lechrainischen siehe Martin Wölzmüller, Der Lechrainer und seine Sprache: Landschaft - Brauchtum -Mundart. Landsberger Verlagsanstalt Martin Neumeyer 1987. Siehe auch interner Link "Lechrain"!  Neu: Manfred Renn, Dialekte im Grenzbereich.In: Lkr. Landsberg - Heimat zw. Obby. u. Schwaben 2010,  69ff.

                                                 

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Einstimmung

Wir schalten alles Künstliche und Bürokratisch-Obrigkeitliche in der Sprache ab, also das Schrift- oder Hochdeutsch. Dieses ist als Kunstsprache für die Staatskanzleien und die Bibelübersetzung (Luther) Anfang des l6. Jahrhunderts aus oberdeutschen Mundarten geformt worden. Um 1900 ist daraus das nach Siebs gesprochene mehr nördliche Dudendeutsch  um 1900 gewordent.  Wir schalten auch das heutige Radio- und Fernsehdeutsch ab, das leider als Standard-Umgangssprache immer mehr um sich greift, gerade bei der Jugend.

Stattdessen lassen wir die traditionelle Mundart erklingen, wie sie von Bauern und Dörflern am Lechrain seit Jahrhunderten, ja seit eineinhalb Tausend Jahren  bis zum Wandel der ländlichen Welt im heutigen High-Tech-Zeitalter gesprochen wurde. Sie ist  organisch seit dem frühen Mittelalter aus der sestgermanischen Volkssprache entstanden. Lechrainisch ist nicht aus der hochdeutschen Schriftsprache ableitbar, deswegen auch kein  verderbtes Schriftdeutsch,  wie man oft hört. Gerade in Mundartgrenzgebieten wie am Lechrain hat sich ihr altertümlicher, oft urig-rauher Klang bis heute erhalten, wie dies z.B. auch noch beim Schweizer Deutsch oder beim Tirolischen der Fall ist. Es ist ein altertümliches Deutsch, das zwar schon etwas schwäbisch klingt, aber vielleicht darin mehr Überbleibsel der uralten Volkssprache ist.  Doch zeigt gerade die Heilige Nacht auf Lechrainisch, wie feinsinnig und ausdrucksvoll auch dieser Dialekt sein kann.


Vorspruch

 
Etz Leitlin, etz heart's amö(l) zua! / Meiñ  Gsengla isch wöüh(l) a wiani alt,

S´ isch awr dengarscht schiañ gmua. / I muañ (n), daß 's enkh all mitanand gföü(ll)t (gfallt).

  

Erstes Hauptstück 

 
 
Es isch gwejs sö(l)  z' Nazareth hint  /  A Mañ, der si Jouseph hot gnennt;

Sou brav, wia ma it oft uañn findt /  Und wia ma's it gei a sou khennt.

  
Er hot als Zimmermañ   glebb. / Und khuañ  Göld hot freiü(ll)i it khejt der Mañ, 

Mit dr Arwat hot er's dahebb, /  Daß er khrad a sou furt macha kañ.



S' werd gwejs seiñ, wia's heiñt o nou isch. / Ma hot ouft halt khrad a sou z'tuañ

Bal baut weard, nochr hot ma seiñ Gwiiß, / Sischt isch dr Verdiñscht valleicht khluañ.

 

A richtigr Mensch richt sie' s eiñ / Und haü(l)t seine Khreizr banand.

Nañ ja, und dejs muaß amöl seiñ,  / Und dejs sejt uañn scho dr Vrstand.

 

Dr Jouseph hot's wöü(l) a sou gmacht  /  Und hot nia nix unnitz verloara,

Denn, bal ma dejs richti betracht', / Sischt weer`ar khuañ Heiligr woara.

 

I woaß, daß ma valleicht saga kunnt: / Dej Zimmrleit miga geara s´ Bier,

Und Broutzeit, dej macha's all Stund, / Di meischta hawa etz dej Manier.

  

Valleicht awr sölligs Mö(l) it? / O wemm  ma's o it so gwiiß woaß,

Und wal's in die Biachr ouft steaht, / Z'Palästina weer's o wiani hoaß.

 

Do kunnt uañr 's Bier it ganz khrota, sou muañt ma. /Dejs hett nouñ khuañ~ G'fohr, 

Bal drei und vier Moß senn khuañ Schada, / wal's söü(ll)igs Mö(l) bü(ll)igr gwejs isch.

 

Khañ seiñ und it oo, - isch, wia's mañg, / ma hot nia nix Uñreachts kheart,

Und heart ma nouñ heiñt nia khuñañ Khlag, / und hot sie khuañ Mensch it bschwert.

 

Seiñ Wei, na dejs wißts ja aü(ll)  mitanand, / do brauchts ja kkuañ Wort mehr it,

Indem daß mr's all glernt hawa, / was im Khatekismus steaht.

 

Ganz Nazareth sejd , wia dej lejwa,  so friedli und brav und so steet! -

Dejs muaß's wöüh(l) it gei wiedr gejwa! / weer schiañ, baü(l) s as ejfters gejwa dett.  

 

Etz, daß i enkh weitr vrzöüh(l): es khimmb sö(l) auf amö(l) a Schreiwa,

Es miaßt si, und gei auf dr Stöü(ll), a jeder beim Rentamb eiñschreiwa.

 

Dr Kaiser Augustus wü(ll)'s hawa.  / Er braucht fir si halt wiedr a Gö(l)d.

Ma treibs vo di khluañna Leit zejñma; / dejs isch amö(l) sou auf deara Wö(l)t.

    

Was diana etz dej Leit z' Nazareth? /  Sie weara halt oo schimpfa und zahla,

Und wia uañn dej Sach gourgert hett, / dejs siacht ma danóch bei di Wahla.

 

An Jouseph hot's o it schleacht gift', / balsch muañsch, du khejñmatsch a wiani z'tuañ,

No khriagsch a söü(ll)iga Schrift, / Als weer gei dej Steirlast z'khluañ!

 

Ja, khratz di no hintr di Oara,  /  Do kañsch nix macha, meiñ Mañ!

Und zahlt isch nouñ jedsmö woara,  /  Mi'm Staat, do fang khuañr  ebbes añ.

 

Dr Joseph sejd zlejtscht:" In Gotts Na~ma, /  Nochr roas' mr auf Bethlehem neiñ

Ans Rentamb und saga, was mr hawa, /  s´ weard scho it gar so vü(l] seiñ.

 

"Was isch nochr mit di, bleibsch du do,  /  Maria? Du woasch scho warum."

"I bleiwat ja geara, liawr Mañ,  /  Awr 's Rentamb wü(l), daß i kimm.

 

Dr Steirbout hot's ins ja gsejd, /  Bal a jedr, sejd' r, muaß hear,

Und d' Weiwerleit oo, hot'r gsejd,  /  Und khuañ Ausnahm gibbs do it meahr!"

 

Dr Joseph sejd:" Etz isch reacht!" / Wia geaht ma denn mit dej Leit um!

Und bal m'r oo ghorsam seiñ meacht,  /  Awr dejs isch dengarscht scho z'dumm!"

 

"O Joseph, es steaht in der Schrift:  /  Ejs seids bal in Bethlehem dinn,

Und was si mitanand auftrifft,   /  Dejs hot insr Herrgott an Sinn,"

 
 

Gesang

 

An Höü(l)z daus isch sou steed,  alle Wejg senn verweht,

Alle Wejg  senn verschniwa, /  Isch khuañ Stepfla mear bliwa.

 

Heascht d' as zweitescht im Höüz  /  Wenn dr Schnea ra föü(ll)t.

Wenn si 's Äschtla abiag,  /  Wenn a Vougl auffliag.

 

Awr heiñt khunnt's scho seiñ,  /  Es weer nouñamö sou feiñ,

Es weer no amö(l) sou steed,   daß si gar nix riahra tet.

 

 Kimmt dej heiüi Nacht / s´Hoüz isch aufgwacht  

                                                                                                                                                                                                    
Schauga d' Hasa und d' Reach,  /schauga d'Hirsch iwaran Schnea.
  
Hawa s' niañmad it gfrogg,   hot's ihr niañmad it gsejd,

und kenna s' doch bal, d' Muatr Gottes im Hoüz.

 

 
Zweites Hauptstück

 

Bam Tagweara, es isch gwejs nouñ ganz friah,  /  schaug der Joseph naus 'n Schnea.

"Maria, etz gammr zua,  z'escht trinkh mr awr nouñ insarn Kaffé.

  

O meiñ ja! Dejs wead heiñt ebbas weara!   / Dein~ Schuachwarkh isch o sou ganz dinnd,

I wöüt und i hett's scho reacht geara,  mir weera scho z' Bethlehem dinn!"

 

" Etz loß dr Zeit, liawr Mañ!   / Es geaht ins ganz guat, weasch as scho sejcha,

Was seiñ muaß, dejs packh  mr frisch añ,  / und es wead ins nochr do scho nix gschejcha!"

 

So ganga's naus bei dr Diir.  /  D' Maria muaß langsamr tuañ.

Es kheimat ihr bal söwr so fir,  /  da Joseph gangat gscheidr alluañ.

 

Vo Nazareth braucht ma ganz gwiiß  /  auf Bethlehem num sechs Stund,

Dejs hoaßt, bald der Wejg sauwr isch,  und bald uañr richti ganga kunnt.

 

So glang's auf khuañ Weitna  wöü"h  it;  /   An Schuach und nouñ driwr hot's gschniwa.

D'Maria bal hundert Schritt geaht,  /  isch Noat, daß sie wiedr standa bleibb.

 

Es geaht 'n Buggl nauf, 'n Buggl nañ;   / am bejschta weer´s dengerscht im Hoüz,

Hot dr Wind it gar sou schiach douñ, / und weer do it gar a sou khalt.

 

Auf z'Mittág zua vejschparas'a wiani . /  Am Höüz sö(l), gei nejwa 'm Wejgrand;            

Sie miassa, sischt wurats iahna z'streng,  /  und sie essa a Noul mitanand.

 

An Joseph, den  joun~mrt's scho reacht,  /  Und wiar'ar d'Maria betracht,

Do sejd'r "Heiñt geaht's ins wöüh schleacht,  /  Und Angscht houñn], daß dr was macht."

                                                   

Sie zoag iahm dejs freiñdligscht Gsiacht /  "Und," sejd  s', " es föht it sou weit,

Geah, Vatr, was hülft ins dej Gschicht, /  Weil's joumara  ja o nix bedeit."

 

Sejcht's, Leitlin, sou tapfr isch 's gwejs,  /  khuãn Ougablick hot s  it greiñt,

Do kunnta dej Weiwr -was denn?  /  A Beispiel  drañ neiñhma , wia mr 's scheiñt.

 

Etz, daß i meiñ Gschicht furchari bring, - / Sie hawa si sou mitanand treascht.

Dej Guatheit macht jeda Sach' khring,   /  dr Uañmuaß isch allawal dejs greascht.

 

Und wia sie sou freiñdli  dischgriera,   /  do heart ma a wunderschiañs  G'leit.
                                                                                                                                                                                                                              Und siacht uãn  's Höüz her kutschiera.  /  D hot sie der Jouseph scho gfreet.

                           

Dr Schlitta, dear khejma isch, kheart'm   /  reicha Manasse, an Mañ

Vo Nazareth. Do hot's khuãn G'fohr,   /  daß d' Maria it naufsitza khañ.

 

"He!" Halt a wiani! Sei doch sou guat!"  /  Schreit dr Joseph. "Kunnts valleicht seiñ,

Du siagsch s ja, wia's Wejtr  heiñt  tuat,  /  gangat's it, daß sie mit kheimat, die meiñ?

 

Der awr, der gibb gar it Ouwacht,  /  er schnalzt mit der Goaßl, und d' Rouß

Dej schiaßa firi, und er lacht /   und zahnt recht und prouglt si nou groaß.

 

Meiñ Liawr, was kañ ma do saga? / I sag khrad, wer sou ebbas tuat,

Der isch mit sie sö(l)wr schiañ gschlaga,/ Und söü(ll)i  Leit geaht's it sou guat.

 

Etz houcka s' halt wiedr im Schnea, /  Sejd d' Maria: " Ourgr di it,

Und hülf m'r a wiani auf d'Heach!   /  Uãn friart's oo it sou, bal ma geaht."

 

Sou wata s' drei Stund oudr vier,  /  Und sie bleiwa gar ouft wiedr stiañ.

Dr Joseph verzagg. Er muañt  schier,  /  sie kunnt 's bal nimmr dergiañ.

 

Es isch gwejs oo scho nimmr gar z'hö(ll),  /  und an schiacha Nejwl  hot's gmacht,

Und kheimat ihr di Dunkhlheit z'schnö(ll), / Was tiãna 's nochr im Höü(l)z bei dr Naacht?

 

Do kimmb etz a Hambuhl daher, /  Dreht si um, bleibb stiahñ und hot gsejt:

"Es scheiñt,  bei dr Frau geaht's it meahr,  / weer ebbr gar Noat, daß ma s' trejt".

 

Dr Joseph und ear gejwa si d' Hand;  /  d' Maria hawa s' unter si gfaßt,

Und fihra s' und traga s' mitanand; Und spiira khoum dej heiü(l)i  Lascht.

 

"Wo kemms denn ejs  hear und wer seid s?"  /  "I arwat als Zimmermañ dent

an Nazareth. Dejs isch a Khreiz,  /  etz semmr acht Stund  rumkhrennt.

 

Mi miassa auf Bethlehem neiñ,   aufs Rentamt, du woasch ja, zum zahla. 

Ou meiñ Mensch, i dank dr halt feiñ,  /  du tuasch mr an riachtiga Gfaü(ll)a!"

 

"Dejs braucht's it.   S´ gschiacht ja recht geara.  /  etz söllt mr an Apflschnaps hawa,

Do wurat deiñ Frau gei wiedr weara,  / der  riacht uãn   wieder zejma."

 

So hawas halt mitanand khrejdt, / Hawa d'Maria khebb und hawas traga.

Ja Leit, bal s' den Hö(l)fr it hett, / weers geföh(l)t gwejs. Dejs kañn  i   enkh saga.

 

Etz sejcha s' scho Liachtr im Tal;  /  Do dunta muaß Bethlehem seiñ.

Dr Hambuhl sejd: "Halt's amö(l),  /   i  trau mr in d'Stadt it ganz neiñ.

 

Vo wejga di Schandarm, verstand's, /  bas khuãni  Papier houñni  khuãni,

I muañ, 's isch bejssr, ejs gangs /  auf Bethlehem neiñ alluañ".

 

Sie saga Pfiagott zuranand,  /  d'Maria hot gar sou liaw glacht,

Und dr Joseph druckht ihr seiñ Hand /  und hot ihr seiñ Dankhsagung g'macht.

 

Wer war gei der Bua, liawi Leit?  /  Wia hoaßt 'r? Wia hot 'r si g'schriewa?

Mi wissa 's nouñ it bis auf heiñt, /  Es isch khuã Ausweis it bliewa.

 

Du lüftiger Bua auf dr Roas', Du hosch wöü (l) khuãn Pfenni  khuã Göüd

Und bisch doch dr Reichscht', den  wou i woaß, /  und bisch doch dr Reichscht', auf der Wö(l)d!

 

Ja, pfiadi Got! Schwing no deiñn Huat!  /  Di darf khuañ Schandarm schiniera!

Dir isch insr Harrgott was guat, / bei  dem weasch du gwiß nix vrliera!

 

Etz semmr in Bethlehem dinn. /  Was weard do valleicht alls gschejcha?

Was hawas valleicht do alls an Sinnd? /  Ejs Leitlin, mi weras scho nouñ sejcha.

 

      Gesang

 

Und daußa do geaht dr Wind, / geah (gangs), seids doch guat g'sinnt!

Sou khalt kimmb'  s uãn  fir,  / machts auf enkhr Diir!

 

"Wer khloupft bei dr Naacht?  / Do wead it aufgemacht!

Gangs gei wiedr zua / und loßt's ins an Ruah!"

 

"Dej Frau nemms doch gwiiß, /  Weü(i)ls gar sou arm isch!

Sie wort auf ihra Stund,  / Sie geaht mr sischt z'Grund!

 

Und bal sie khuañ 's hett,   /  Nochr braucht sie khuañ Bett,

Es tets oo a sou, / Khriags khrad a Schejwla Stroah!"

 

"Gangs weitr! Gangs zua!  / Und loßts ins in Ruah!

Mi hawa khuân Gfaü(ll)a  /  Mit Gescht, dej schlecht zahla!"

 

Es sturmb und es schneibb,   /  es wejtart, es treibb,

Khuã Mensch loßt s' it reiñ-  /  ja, darf denn dejs seiñ?



Der awr, der gibb gar it Ouwacht,  /  er schnalzt mit der Goaßl, und d' Rouß

Dej schiaßa firi, und er lacht /   und zahnt recht und prouglt si nou groaß.

 

Mein~ Liawr, was kan~ ma do saga? / I sag khrad, wer sou ebbas tuat,

Der isch mit sie sö(l)wr schian~ gschlaga,/ Und söü(ll)i  Leit geaht's it sou guat.

 

Etz houcka s' halt wiedr im Schnea, /  Sejd d' Maria: " Ourgr di it,

Und hülf m'r a wiani auf d'Heach!   /  Uan~n f riart's oo it sou, bal ma geaht."

 

Sou wata s' drei Stund oudr vier,  /  Und sie bleiwa gar ouft wiedr stian~.

Dr Joseph verzagg. Er muan~t  schier,  /  sie kunnt 's bal nimmr dergian~.

 

Es isch gwejs oo scho nimmr gar z'hö(ll),  /  und an schiacha Nejwl  hot's gmacht,

Und kheimat ihr di Dunkhlheit z'schnö(ll), / Was tian~na 's nochr im Höü(l)z bei dr Naacht?

 

Do kimmb etz a Hambuhl daher, /  Dreht si um, bleibb stiahn~ und hot gsejt:

"Es schein~t,  bei dr Frau geaht's it meahr,  / weer ebbr gar Noat, daß ma s' trejt".

 

Dr Joseph und ear gejwa si d' Hand;  /  d' Maria hawa s' unter si gfaßt,

Und fihra s' und traga s' mitanand; Und spiira khoum dej heiü(l)i  Lascht.

 

"Wo kemms denn ejs hear und wer seids?"  /  "I arwat als Zimmerman~ dent

In Nazareth. dejs isch a Khreiz,  /  etz semmr acht Stund  rumkhrennt.

 

Mi miassa auf Bethlehem nein~,   aufs Rentamt, du woasch ja, zum zahla. 

Ou mein~ Mensch, i dank dr halt fein~,  /  du tuasch mr an riachtiga Gfaü(ll)a!"

 
"Dejs braucht's it.   S´ gschiacht ja recht geara.  /  etz söllt mr an Apflschnaps hawa,

Do wurat dein~ Frau gei wiedr weara,  / der  riacht uan~n   wieder zejma."

 

So hawas halt mitanand khrejdt, / Hawa d'Maria khejbb und hawas traga.

Ja Leit, bal s' den Hö(l)fr it hett, / weers geföhlt gwejs. Dejs kan~n  i   enkh saga.

 

Etz sejcha s' scho Liachtr im Tal;  /  Do dunta muaß Bethlehem sein~.

Dr Hambuhl sejd: "Halt's amöl,  /   i  trau mr in d'Stadt it ganz nein~.

 

Vo wejga di Schandarm, verstand's, /  denn khuan~ni  Papier houn~ni  khua~ni,

I mua~n, 's isch bejssr, ejs gangs /  auf Bethlehem nein~ alluan~".

 

Sie saga Pfiagott zuranand,  /  d'Maria hot gar sou liaw glacht,

Und dr Joseph druckht ihr sein~ Hand /  und hot ihr sei~ Dankhsagung g'macht.

 

Wer war gei der Bua, liawi Leit?  /  Wia hoaßt 'r? Wia hot 'r si g'schriewa?

Mi wissa 's noun~ it bis auf hein~t, (/  Es isch khun~ Ausweis it bliewa.

 

Du lüftiger Bua auf dr Roas', Du hosch wöü l khuan~n Pfenni  khuan~ Göüd

Und bisch doch dr Reichst', den i woaß, /  und bisch doch dr Reichst', auf der Wö(l)d!

 

Ja, pfiadi Got! Schwing no dei~n Huat!  /  Di darf khuan~ Schandarm schiniera!

Dir isch insr Harrgott was guat, / bei  dem weasch du gwiß nix vrliera!

 

Etz semmr in Bethlehem dinn. /  Was weard do valleicht alls gschejcha?

Was hawas valleicht do alls an Sinnd? /  Ejs Leitlin, mi weras scho noun~ sejcha.

 

      Gesang

 

Und daußa do geaht dr Wind, / geah (gangs), seids doch guat g'sinnt!

Sou khalt kimmb'  s uan~n fir,  / machts auf enkhr Diir!

 

"Wer khloupft bei dr Naacht?  / Do wead it aufgemacht!

Gangs gei wiedr zua / und loßt's ins an Ruah!"

 

"Dej Frau nemms doch gwiiß, /  Weü(i)ls gar sou arm isch!

Sie wort auf ihr Stund,    / Sie geaht mr sischt z'Grund!

 

Und bal sie khuan~ 's hett,   /  Nochr braucht sie khuan~ Bett,

Es tets oo a sou, / Khriags khrad a Schejwla Stroah!"

 

"Gangs weitr! Gangs zua!  / Und loßts ins in Ruah!

Mi hawa khuan~ Gfaü(ll)a  /  Mit Gescht, dej schlecht zahla!"

 

Es sturmb und es schneibb,   /  es wejtart, es treibb,

Khuan~ Mensch loßt s' it rein~-  /  ja, darf denn dejs sein~?

 

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     Drittes Hauptstück

 

Do standa dej zwoa etz am Doar, hawa freiñdli ums Neiñkheima bejlt,

An Paß awr zoaga s' zeascht her. /Sou hot's a si söü[ll]igs Möl  kheart.

 

Bom Reßlawurt oudr im Lamm, do stölla dej vo Nazareth eiñ,

Do wearas an Untrschluf hawa, / do khunnt's nou  am leichtaschta seiñ

 

Bom Reßlawurt senn's etz gwejs, Khimmt dr Hauskhnejcht mit dr Lateara.

"Wear isch denn nou ñ  dauß?"  / "Fremde Gescht, und a Bettstatt hett mr geara."

 

"Ja freili, sischt fallt enkh nix  ei ñ? /  Ba ins isch scho vöü(ll)," sejd dr Khnejcht,

"Ejs khunnts ja nouñ  spetr drañ  seiñ!  / Mi worta auf enkh! Do hab's reacht!"

 

Sou redd'r. Sou rejdas nouñ  heiñt, dej Hauskhnejcht, ma khennts ja reacht guat!

Dej hawa an dr Grouwat a Freed,   / bals arwata, khejma s' in d' Wuat.

 

Enkh Wurt, und i sag enkh dejs söü(ll):  /   Auf enkhari Hausl duarft 's schauga,

Isch jedr a hagabuachiger G'söü(ll),  /Und loßts as na it aus di Ouga!

 

Dearsöüi  in Bethlehem haut / dej Diir zua und sejd  it guat Naacht.

Dr Joseph hot  khrad a sou gschaugg /  Und hot sie am Wejg weitr gmacht.

 

Bom Lamplwurt daurt's z'eascht lang, / nochr rumplt dr Vize dahear

Und schreit ba dr Diir naus  am Gang:  / "Ba ins gibb's khuañ  Liegrstatt meahr!"

 

Sie ganga zum Bräu und auf Post, / bm Schimlwurt hawas zuchari gschaugg,

Zum göü(l)diga Hoara, wou's sou vü(l) khouscht, / Do hawa si oo si it neiñ  traut.

 

Nochr senn's nouñ  nd' Herbarg zum Böck,   / bm Schuastr hawa  s' oo amö(l) gleit',

Und nochr bom Huawr am Ejgg / Und niânascht hot's ihr was bedeit.

 

Dr Joseph, der jouâmrt halt reacht: / "Es isch mr ja gar it um mi,

 

Mi weer wöhl  khuañ  Unterstand  z'schleacht, zweckh's meiñnr isch it. Awr sie!

 

Maria, i woaß mr it z'höfa, / Und s' hiañna, dejs khimmbb mr gei añ,

I siach's ja, du leidsch mr an Schada, Und daß i fir gar nix seiñ  khañ.

 

D'Maria isch wöhl a wiani schwach /  Und hot si vül gsindr añgschtöü(ll)t.

Sie sejd iahm: Geah, Joseph, dej Sach / dej isch it dejs Ourgschti  auf dr Wöüt.

 

Dejs isch halt etz heiñt amöü  sou, /  Mi finda ebbas, weascht as scho sejcha,

Und khriag i khuañ  Bejtt, aufn Stroah, / do bin i ejfters scho glejga."

 

Do hot ihr Mañ wiedr glacht     /  Und sejd za  ihr: "Du bisch scho sou guat!

Und bal mr mit di a wiani redt, / do khriag mr gei wiedr an Muat!"

 

Und weiüs as khringr firnimmb  /  Und frischr weard, fallt iahm ebbas eiñ.

"Zum Josias gammr neiñ! / Ja, daß mr it gei auf dejs  kimmb!

 

Zum Josias gammr, woasch d' was! /  Etz hammr scho gwunna, dejs geaht.

Si isch ja a Besla vo mi, /  Dej wou oo dein Zuastand  vrsteaht.

 

Etz remm mr sou umanand  /  Und lossa dej halw Stadt z'rugg,

Und hetta 's Loschíe bei dr Hand, / Beim Josias denta dr Brugg!

 

I houñ  si wöhü(l  ) lang nimmr gseicha, Ganz gwiß sou siwa acht Johr,

Paß auf, deara khemr g'lejga  / Sie isch a guats Leit, dejs isch wohr.

 

O meiñ  Gott, i woaß nouñ  wia heiñt, /  wias söü(ll)is mö Hoazat hawas khejt,

Dr Zaches, dear isch gwejs dr nächst Freiñd /  Und hot ihr an Khâmrwaaga brocht.

 

Bom Kurchaganga hot's khrad khrengrt, /  Ma sejd, daß dejs Reichtum bedeit,

Na ja, was ma heart, senn's oo gsejgnt /  Sie senn scho reacht göü(l)dige Leit.

 

Maria, paß auf, loß dr saga, /  Meiñ Besla, dej khoucht dr ganz gwiiß

A Muaß, und do khriagsch was in Maga, /  Na, daß i sou eppas vrgiß!"

 

Sou geaht 'r dahiñ vollr Freed, / "Und," sejd'r," 's braucht it pressíera,

Maria , etz loß dr na Zeit, /  Etz wiss' mr, wou mr loschíera."

 

O Jouseph, wia khennsch du dej Wöü(l)d?      /  Du hosch, scheint's, nouñ  wiani dalebb

Mit sölli Verwandte mit Göüd  /  Und was mr fir´a Ehr aufhebb.

 

                  Gesang

 

Was eppr dejs bedeit   /it enkh, ejs reichi Leit,

Und enkherm Göüd?  / Miaßt ´s   allawal meahrar  spara,

Miaßt´s allawal zejma scharra, / Und miaßt's doch nausfahra

Aus dera Wölt! / Ejs miaßt's mr's scho vrlouwa, 

I houñ  khuañn  andara Glouwa, /  Als daß 's enkh riit

Khemb's ejs an Trucha neiñ,  / Do  seid's ejs  oo it feiñ,

Do wead's ejs khrad sou seiñ, / Wia anderi  Leit!

Drumm denkht's, sou langs ejs leb's: / Was ejs de  Arma geb's

Isch it verschwendt. / Ejs hab's dejs Bejscht davouñ,

Sou, wia ma's hoffa kañ, /  Khriag's ejs den schiañsta Luañ

Amö do dent!

 

  Viertes Hauptstück

 

"Schaug hi!" sejd dr Joseph und lacht,  / "Beim Josias brennt nouñ  d'Lateara,

Etz hot's o sie wurkhli guat gmacht, / Etz hamm'r  z'letscht doch nouñ   an Steara.

 

Und schaug nañ, wie schiañ isch dejs Haus! / Sechs Fenstr drunt und fünf douwa,  

Sou reiñli und sauwr siacht's aus, / Do muaß i meiñ  Besla scho louwa.

 

 

Etz wort na, i ziach an der Glogga, /  Vom Umandanderstiañ  hamm'r etz gmua,

Dej wear i gei raus rebella (?)  / He Josias, mach amö zua!"

 

Sie heara bal, wia douwa  uañr schreit: / "Was isch bei dr stouckhfinschtara  Naacht?

Wer kimmb um a söüiga Zeit? ( Do weard khuañ  Spekhtakhl  it gmacht!"

 

"Ja griaß di Gott, Josias! Kimm /  Und loß ins no gschwind amö neiñ:

Du kennsch mi ganz gwiß an dr Stimm,  /  Mi khejma vo Nazareth reiñ.

 

Mi senn heiñt scho lang auf dr Roas, / Und mi sucha Loschíe iwraü,

Und wia i z'letscht gar nix meahr woaß, / Do bisch ma halt du nouñn~ eiñgfaüa."

 

"Sou muañsch du? Do braucht's ja it meahr, / Etz geaht's scho auf Zejhna breits,

Do khejmatsch du ganz uañfach dahear, /  i woaß it amöl, wer ejs seid's".

 

"Dr Jouseph. M i senn doch vrwandt,  /  Und di Deiñ   isch a Besla vo mi..."

"Vo  dem isch mir gar nix bekannt, /  Etz gang's amö wejckh vo dr Diir!"

 

I sag dr dejs söüli, bei dr Naacht, / Do houñi  am liawara meiñ Ruah,

Do weard khuañ  Bekanntschaft it gmacht, /  Adé! Und etz gang's amö zua!"

 

"Geah, Josias, bal i dr's sag... / "Nix sagsch mr! I khenn di it, di,

Scho deratwejga, weiü  i i t mañg. /  Wou'sch d' hear  bisch, do geasch wiedr hiñ!

 

Etz kimmb nouñ a Weibsbüd dazua, /  Dej tuat scho abscheiüi und schreit:

"A Ruah meacht' ma hawa, inser Ruah! /  Was senn do denn dejs nouñ  firi Leit!"

 

"A Vettr vo di, hot's gsejd..."  /  Was,a Vettr? A sölligr, der khimmb

Und 's Sach nochr beim Haus naus trejt /  Und söwr nix hot und khrad nimmb!

 

A Vettr! Sou weera  s' mr reacht!  /  Ja, a sölliga Vrwandtschaft  gejwat's vü,

Wou jedr was brauchat und meacht, Und jedr was  ábrouckha wü(ll).

 

Do gangat uañn d' Verwandtschaft it aus, /   Dej frejssat uañn arm, vor ma schaug,

Khuañ sölligr kimb mr it in meiñ Haus!   /  A Vettr! Dejs hett mr gei taugg!"

 

Sie hawa etz d'Fenschtr zuagschlaga,  /  und wargla und schimpfa noun~  dinn.

Dr Joseph woaß gar nix meahr z Saga,  /  s isch iahm ganz wunderli  im Sinn.

 

Er geaht a Paar Schritt auf dr Stroß, /  D'Maria geaht hintr iahm dreiñ,

Sie siacht, seini Ouga senn iahm naaß. /  Wie kinna d'Leit sou seiñ?

 

Er wischt si iwar 's Gsiacht mit dr Hand, /  "Maria, was teañmr nochr etz,

Was trifft ins nouñ aüs mitanand,  / Was isch ins nouñ aüs aufgesetzt?

 

Do söüll dr Mensch it verzaga  /  und söülbei dr Bravheit bestiahñ!

Baüsch arm bisch, muañsch d' alsamm vrtraga / Und alls muaß do iwr si giahñ!"

 

"A söliga Rejd söll ma it fihra,  /  schaug, Joseph, dejs weer doch a Sind!

Mi braucha khuañn Uñmuaß it spira, / Üns isch doch dejs Schiañscht verkindt.

 

I woaß wöül, du muañsch mr's reacht guat, /  Khrad weil i dr gar sou dabarm,

I houn~ doch den frealichschta Muat, / Und woaß ja, mir zwoa senn it arm."

 

Etz, wia nochr d'Maria sou redt,  /  Do kimmb iwr d'Stroß hear a Mañ;

Der frogg, was sie tiañna bei dr Naacht /  Und ouwr s' it ebbr fihra kañ.

 

Ejs Leitlin, i büd mr dejs eiñ , / I muañ  khrad und woaß ja it gwiiß,

Der söüli khunnt a Engl gwejs seiñ, / Bal 's ebbr khuañ  Mensch gwejs isch.

 

Khañ  seiñ  oudr it, er hot s' gweist,  /  Und hot sie khuañ Ausrejd vrgunnt,

Er hot sie sou riachti befleißt  /  Wia's a Engl it bejssr tuañ      khunnt.

 

Do drauß voar dr Stadt weer a Haus,  / A Häusla weer's, khluañ und zejmagfaüa,

Do sejd der Mañn~: "Sima, khimm raus,  / Geah raus und tua mr den Gfaüa!"

 

"Gei  kimm i," schreit uañnr vo dinn, / Es daurt it lang, do geaht dej  Diir.

"Dej Leit hetta 's Dobleiwa an Sinn, /  muañnat, es gangat scho bei di?"

 

Dr Sima, der kratzt si a wiani / zeascht hintr di Oahra, sejd:"Am End

Gangat's wöüh, doch bei mi isch halt eng, / Wia weer's denn valleicht an Stall dent?"

 

"Göützgott! Mi  weera ja sou froah," / -Sejd dr Joseph - "wennsch du ins neiñhmatsch

Und gejwatsch ins a wiani a Stroah - -/ Mi teet'as wöüh oo, balsch du kheimatsch."

 

"Ja bleib's no. I weigr mi it, /  I woaß scho, wia's tuat, isch ma'r arm.

S'isch schad, daß dinna it geaht, /  Awr dent am Stall, do isch warm.

 

Und s'Schtroah houñn  i enk gei aufgschitt, /  A Hei khriag's mr oo nouñ  dazua,

Do leg's enkh ejs neñ an d'Mitt, /  Do hab's ejs dej allrbejscht Ruah!

 

"I woaß ja, dr Sima isch reacht," /  Sejd dr andr, "Pfiad enkh Gott oo!

Ejs sejcht's scho, ejs habs as it schleacht /  Im Stall dinn auf enkhara Schtree!"

 

Dr Sima , dear fiahrt's etz an Stall   /  Und der Joseph gschteaht iahm was eiñ.

"Woschd", sejdr, "bei ihr isch dr Fall / Es kunnt nouñ  heiñt Naacht ebbas seiñ"

 

"O mein~ Gott, und muaß umanand! /  Es isch auf dr Wöüt scho a Kreiz,

Etz bin i eascht reacht bei dr Hand / Und hüf enkh, bals gar sou arm seid's".

 

Dejs bejscht Stroah hot'r ausgschtreet,  /  Und schaug, daß d'Diir oo guat schliaßt,

Daß ja khuañ  Wind it neiñ  weht, /  Und daß sie gwiß gar nix vrdriaßt.

 

Nochr sejt ´r recht feiñ: Guat Naacht, /  Ejs Leit, und ejs durft's feiñ  ja it muañna,

Ejs hett's mr a Arwat heargmacht, /  Und Umstend macht's mr ejs khuañni.

 

Guat Naacht etz und schloft's mr reacht guat /  Und loßt's enkh nix kimmara mitanand.

I waoß añ mi söüwr, wia's tuat, / Und 's Armseiñ, dejs isch mr bekhannt."

 

Ja Sima, du hosch di scho brav, /  Du hosch di scho riachti añgschtöüt!

Bal jedr sou weer, dem ma treffat, / Nochr weer's doch feiñ  schiañ  auf dr Wöt.

 

 

         Gesang

 

Es mañ  it finschtr weara, /  Es bleib so hö.

Es ruckha Mouñ  und Steara  / It vo dr Stöül.

 

Sie hawa wia Liachtr brennt / Sou stü  und khlaar,

Als weer dejs Furmament   /  a  Hoachaltar.

 

Und 's isch so wundrfeiñ, Wia 's ouwa klingg!

Dejs muaß dr Harrgott seiñ,  / Dear 's Hoachamp singg.

 

 
 Fünftes Hauptstück

 

Baier.                                                          Lechr.

[25] I denk ma, die selbige Nacht           I denkh mr de söüige Naacht

War net, wia 'r a jede sei' kunnt,                Weer it, wia jeda sein~ khunnt   

I denk ma, die Welt is aufg'wacht              I  denkhmr de Wöt isch aufgwacht
  
Und wart't auf de heiligste Stund.               Und wort auf de heiüigscht Stund

 

[26] Da Wind hot si lang scho valor'n,     Da Wind hot si lang scho varloara

Es laßt si koa Lüftl net spür'n,                   Es loßt sie khoañ Liftla it spiira

Und allaweil staader is wor'n,                    Und allaweiü  steedr isch woara

Es traut si koan Astl net z' rühr'n.             Es traut sie khoañ  Eschtla it riara
 
 

Und gang no a Mensch übers Feld,               Und ganat nouñ a Mensch üwars Föd

Es tat eahm an Schnaufa vaheb'n,               S tet eahm  an  Schnoufr vrheiwa

Es hätt 'n am Weg eppas g'stellt                  Es hätt n am Wejg eppas gsteüt

Und wußt si koa Rechenschaft z' geb'n.     und wißt sie khoa  Rechenschaft z gejwa

 

Ma kennt's net, was is und wia's hoaßt,        Mañ khennt´s it was  isch und wia´s hoaßt   

Und 's is eppas rundumadum,                          und s´isch ebbas rundumadum

Und 's Herz klopft da schnella, und woaßt,    Und´s Herz  kllupft do schöüer und woasch

Wann's d' selba di fragst, net warum.             Wenn´sch di söüwr frogsch warum

 

A diam is, als kam aus da Höh'                        A diamü  isch als kheim aus der  Heach

Vo hoamlinga Musi a Klang,                             Von a huamlige Musi a Khlang

A diam is, als kam übern Schnee                     A diamü isch als kheim üwarn Schnea

Vo z'weitest a hoamlinga G'sang.                   Vo  de Weitn a houñmlinger Gsang

 

A Zeit'l, da is wieda staad,                            A Zeit, do isch wiedr  steet

Und fangt auf a neu's wieda o,                    und fang aufs neu  wiedr añ

Als wann ma wo Orgl spiel'n tat                   Aüs wemma wou Ourgl spüa tet

So fei, wia's herunt koana ko.                      Sou feiñ , wia´s  drunt  khuñnr khañ.

 

Es war scho a bsundere Nacht,                     S ísch scho gwejs a bsondare Naacht

 Und kam oan scho bald a so für,                  Und khejm oañn  scho bal a so fir

Als waar da ganz Himmi aufg'macht,           Aüs weer dr ganz Himü  aufg´macht

Ma stand vor da offana Tür.                          Wia ma standa tet vora offige Diir-

 

Und kunnt grad so eini. Koa Gschloß            Und khunnt  khrad  sou  neiñ. Khuañ Schlouß

Waar für, und da Eingang waar frei,            Weer fir,  und  dr Eiñgang weer frei

Und da Mond, der waar da so groß,             Und dr Mouñ,   der weer sou groaß

Als waar a vui nächa hiebei.                           Aüs wer  ar vü necher do

 

De Sternein, de hätt ma kaam kennt,    Dej Stearalin, dej hett man khoum  khennt

Sie flimmern net, scheina so klar,           Dej flimmari it,  scheiñna so  khlar

So staad, wia 'r a Bergfeua brennt,       Sou steet, wie a Bargfeir brinnt

Daß oan scho grad feierli war.                Daß ouñn scho  khrad  feierli weer

 

Und wia si de Nacht so aufhellt,                 Und wie sie de Nacht sou aufhöüt

Da Fuchs bleibt im Holz drinna steh',         Dr Fux bleib  m Höüz dinna stiañ

[27] Er hot seine Lauscha aufg'stellt         Er hot seine Oara aufg´schöüt

Und traut si koan Schritt nimma z' geh'.    Und traut sie khoañn Schritt nimmr  z´giañ

 

In Bethlehem lieg'n wohl de Leut               In Behtlehem liega wöü d´Leit

A Stund oda zwoa scho im Bett.                  A Stund oudr zwa  scho m Bett

Is g'scheida. De sell'n hätt's bloß g'reut,   Is gscheidr, dej söüige hett´s bloaß khriit

Bal's eahna de Ruah gnumma hätt'.           Baüs eâhna di Ruah gnoumma hättnt

 

Beim Josias hamm sie was g'spannt,           Beim Josias  hawas ebbas gschpannt

Es leucht eahna gar a so rei'                         Es leicht  iâhna gar a so  reiñ

Und wirft eahna Liachta an d' Wand            Und wurft eahna Liachtr an d´Wand

Und macht in da Kamma an Schei'.               Und macht in der Khâmr an Scheiñ

 

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Sie isch als di eascht aufgwacht /  und stoaßt sein Josias añ:

"Schaug naus, wia hö  isch dej Naacht!" / Er brummb khrad, es ligg iahm nix drañ.

 

"Es wead doch khuañ Feir it seiñ?" / "Vo mir aus, bals weitr weckh brinnt,

I schlof etz und misch mi it eiñ, /  Scho baü  ma d'Leit gar it kennt."  

 

Es isch khrad sou liacht wia am Daag /  Und isch bloaß dr Mouñ und de Steara."

"Vo mir aus, und 's isch etz, wias mañg, / I sag dr, i schloffat etz geara."

 

Sie druckht's awr dengerscht a wiani,  /  Sie mañg nimmr gar sou steed liega,

Es wead in dr Bettstatt ihr z'eng, /  Sie isch nochr doch rausg'stiega.

 

Und wia sie bm Fenstr naus schaugg,  / Do wead ihr sou wunderli z'Muat,

Es hot ihr scho gar nix mehr taugg, /  Und 's isch ihr scho gar nimmr guat.

 

Sie legg si gei wiedr ins Bett,  /  Und dreht si bal hin und bal her,

Als liegats  auf an stuañhourta Brejt, /  Vom Schloffa isch khuañ  Rejd mehr.

 

"Du, Josias," sejd s' auf amö,  /  I muañ, mi senn doch gwejs a wiani  z grouw

Khunnt seiñ, und es weer gei der Faü, /  ma khriagat mit sou was khuañ Louw.

 

"Vo was," frogg der Josias, "rejdsch"? / "Na ja, vo dej söüiga vo heiñt Naacht,

I muañ, baüsch as aufgnouma hettsch, / Es hätt ins it gar sou vü ausgmacht."

 

"Sou muañsch du? Do houñn i scho gmu, /  Etz hätt sie d'Vrwandtschaft an Sinn,

Mit söüige Leit losch mr meiñ Ruah!  /  Mit söüige Leit hot ma khuañn Gwinn."

 

 

I houñ  vom Vawandtseiñ  nix gsejd, / Es föüt mr no khrad a sou eiñ,

Und daß ma di Arma vajagg, /  Weard oo it dejs allrschiañscht seiñ."

 

"Bal wiedr uañ kheijma, nochr khalt's, /  Und gib iahr und schenk iahr allszejma,

An Buttr und Oar und a Schmalz,  /  No wer' mr bal söüwr nix hawa.

 

Denn bal amö dejs uañr gneißt, /  Wia schiañ daß bam Josias isch,

Und wia ma do 's Sach nausschmeißt, /  No hammr de| Khundschaft ganz gwiß.

 

 

I mañ  it, dejs wüü  i dr saga,  Do hot do meiñ  Guatheit an End,

Und wüsch mr du 's Sach sou vrtraga,  Nochr loß i dr nix mehr in d' Händ."

 

Er hot si an d' Wand num dreht, /  Und sejd, daß 'r nix mehr heara meacht.   

Sie brummlt nouñ  lang, awr steed, /  denn gfalla tuat ihr gar nix mehr reacht.

 

Etz loß mr dej zwoa beiranand, /   Und schauga ins was Schiañnrs gei añ,

Dejs Streita, dejs tet ins khrad and, /  Mi hawa ins scho gmu kheart davouñ.

 

Sejcht's, weitr vo Bethlehem dauß, /  Do standa drei Hütta im Föüd,

In denni  hawa d'Hiatr dinn khaust  /  Und iwr Naacht d'Schof eingstöüt.

 

In uañnr, do isch auf der Streeh /  Dr söüi Hambuhl glejga,

Er schloft etz, und trombb hot 'r oo,  /  Und hot ebbas Wunderschiañs gsejcha.

 

Woasch scho, wia's an armr Mensch macht, /  Geaht wou bei di Groaßa was zejma,    

Er meacht khrad a wiani vo dr Pracht, /  Und meacht vo dr Freed  ebbas hawa.

 

Er stöüt si vor d' Diir hiñ  und spitzt,  /  Und geaht uañnr raus oudr neiñ,

No siacht'r, wias dinna aufblitzt,  /  Und khriagg vo dem Glanz oo an Scheiñ.

 

So khimbb's etz dem Hambuhl fir;  Es hot'n an d'Heach naufkhouwa,

Ear steaht voar dr himmlischa Diir / Und schaugg umanandr do douwa.

 

Durch d'Khlumsa durch schleicht si a Strahl,  /  Dear glänzt scho, als weer ar vo Göüd,

Und Musi isch dinn in dem Saal, /  Als wenn's uañn gei neiñ ziacha wöüt.

                    

 

Es werd iañhm sou z'Muat, wia 'r am Kind, / Dejs gar sou aufs Christkhindla wort,

Und dinn isch dr Bom scho añzindt, /  Und s' Daußastiañ wead  eahm sou hourt.

 

Auf amöü, do riahrt si's am Doar,   /  Es werd iañhm gei z'weitescht aufgmacht.

Er halt si di Händ g'schwind davor, /  Sou blendt uañn dejs Liacht und dej Pracht.

 

Dejs Süwr! Dejs Göüd und dej Stuañr! /  Und  s  Sunnaliacht hot sou a Gwaüt!

Wear khunnt vielleicht d'Ouga nouñ  auftuañ,  /  Wia's funkhlt und blitzt und wia's strahlt?

 

A Khini hot gwiß a schiañs Haus, /  A Reichr khañ  gwiß was vrtraga,

Und halt´ doch khuañr  dejs aus, - /  Was wüü  eascht an armr Mensch saga?

 

Und wia si dr Hambuhl traut  /  Und blinzlt a wiañni umanand,

Do steaht 'r voarm Harrggott und schaugg,   / Dear gibb iañhm ganz freiñdli seiñ Hand.

 

 

"No Hansl, wia gföüt's dr bei mi?  /   Khimmsch oo amöü  hear?" hot 'r gfrogg,

"Und geah no ganz neiñ  bei dr Diir, /  Du darffsch scho." A sou hot'r gsejd.

 

"Heiñt," sejd 'r, "heiñt  hosch mr feiñ  gfalla, /  Wear andri Leit hüüft und dejs tuat,

Dem hüüf i oo geara  iwraü; /  A söüigr, der hot's bei mi guat."

 

Er khloupft iañhm auf d' Achsl und lacht, /  Dr Hansl, der dankht iañhm geara,

Doch iwr dejs isch 'r aufgwacht  /  und siacht durch a Luckha an Steara.

 

Der leucht iañhm sou höll und sou khlar, Und hot iañhm a Boutschaft vrkindt

Vo douwa hear, do wou 'r etz weer   / und wou 'r oo scho wiedr hiñ findt.

 

--- Etz doust 'r ... Dejs isch doch khuañ  Droum!  /  A Stimm ... und etz wiedr ... Es tuat,

Als wenn's vo dr Heach douwa rakhejm.... /  Etz heart ma's auf omöü ganz guat!

 

Ejs Hiatr, khemms allmitanand hear!  /  Es schlejt enkh di heiligscht Stund,

Ja, Gott in dr Heach sei d  Ehr!  /  Und Frieden den Menschen herunt!"

      

Gesang

 

Und khañ  mañ  khuañ  Bettstatt, /  Und khañ mañ  khuañ~ Wiaga,

Und khañ  mañ  khuañ  Leiñtuach /  Firs Christkhindla khriaga?

 

A Wiaga passat freiüi  /  Do liegat's reacht warm.

Wouhear söü  s'as nejhma ?  / D' Leit senn sou arm!

 

Drum lejga s'as in Khrippa,  Drum lejga s' as aufs Hei,

An Oux und an Ejsl, Dej standa dabei.

 

Dejs isch fir di Arma A treaschtliga Gschiacht.

Sischt hätt's insr Harrgott /

Scho andersch eiñkhriacht.

 

 
Sechstes Hauptstück

 

 

Paßt's  mö auf, und etz loß mr ins Zeit,     / Mi miassa bam Sima eiñkheahra

Und schauga, was im Stall valleicht geaht,  /  Und ouw mr it gar ebbas heara.

 

Es loßt sie vo dinn nix  gwahra  (?) /  Valleicht nouñ, gejwat uañnr reacht Ouwacht,

Er hearat an Oux a wiañni scharra, /  Wia 's Viach an dr Khejtta ouft macht.

 

Dej Leit isch dej Ruah wöüh  vrgunnt,  /  Dejs nimmb uañn nochr dengarscht scho hear,

An Marsch von a acht a neiñ  Stund, /  Und spirt ma's bm Schnea nouñ  vüü  meahr. 

 

Isch guat für jeds, baü ma schloft, /   nd isch ja a Glick, baü ma's kañ,

Ma khimmb do a wiani zu dr Khraft, /  Und 's packht uañn it gar a sou añ.

 

An Sima hot's allawal aufgewejckht. /  Er dreht si im Bett umadum

Und baü 'r si wiedr zuadejckht,   /  Er schloft it und woaß it warum.

 

Er denkht si, was khunnt denn dejs seiñ? /  Und was iañhm denn heiñt sou schiniert?

Er bsinnt si und föüt iam nix eiñ,  /  Und hot wiedr 's Schloffa browiert.

 

Und wia's iañhm it glickht, geaht 'r naus.  /  Es treibb iañhm vo söüwr in d' Heach,

Do siacht 'r den Glanz voar seim Haus,  / An Mouñ und dej Steara iwaram Schnea.

 

 

 

Was isch denn etz dejs fir a Ding,   /  Dejs wou uañn sou bsonderli macht?

Es wead uañn sou leicht und sou khring  /  Und loßt uañn khuañ  Ruah bei dr Naacht.

 

Vom Stall raus, do khimmb etz a Scheiñ /  So höü, als wenn 's inwendi brinnt.

Es weard doch khuañ  Feir it seiñ! /  Dr Sima isch gschwind numm khrennt.

 

Und heart scho a Stimm, - dej isch höü,  /  Isch feiñ, wia a Glougga vo Göüd,

Do isch iañhm scho gei auf dr Stöü, /    Als wenn 'r si niedr khniagla söü.

 

Und hot's oo dr Sima it gwißt, / Es isch iañhm sou feierli woara.

Denn dinn ligg dr heili Christ, /Denn dinn isch dr Heiland geboura.

 

Und etz! Was dejs am Hiimü isch gwejs!  /

Als wenn de Kourza am Altoor

Dr Mejsmr añzindt  - do  - etz do -

Uañs noch´am andara brinna 's furt -

Sou leuchta Steara auf - alwü mear.

Auf amö braust's vo ouwa hear,

Als wia vo hundart Ourgla khling's,

Als wia vo Tausat Harfa sing's,

Und Englstimma wundrfeiñ,

Dej khlinga dreiñ!

Halleluja! Halleluja!

Und vo der Weitna, vo dr Neech

Und vo drunt bis z'hejxscht in d' Heach,

Und tuat baü laut, und baü verschwimm's

Ganz ouwa und wiedr rawords khimmbs.

Halleluja!

Und in den höüa Jubelgsang,

Im Ourgl- und Harfakhlang

hot etz

A tiafa Stimm añgsetzt,

Mit Gwalt,

So wia a Glougga hallt

Khemmbs alle zsamm!

El braucht 's khuañ Farcht it hawa!

D' hejxscht Freed wead enkh verkindt,

Im Stall do ligg dejs Christuskhind.

So hot dej Naacht

Den Heiland brocht

Zo deara Stund.

Ehre sei Gott in der Heach,

Und Frieden den Menschen do drunt!"

 

Do weard's etz mit uañmöl wiedr steed,

Vorbei  isch mit Musi und Gsang,

A paarmöü  isch khrad, als verweht

Dr Wind nouñ  vo z'weitescht an Khlang.

 

Dr Sima kniaglt nañ  do im Schnea

Und doust, awr heart scho nix meahr.

Etz khejma vo dent iwr d' Heach

Dej söüiga Hiatr daher.

 

Si senn oo nouñ  ganz ausanand,

Bei ihañni isch gwejs dejs nemli dr Faü,

Dr Simma nimmt s' steed bei dr Hand

Und geaht mit ihañni  neñ  an Stall. 

 

Sie schleicha auf gnaglte Schuach,

Dr Simma, der geaht a wiani fir

Und mahnt nouñ an jedn zua dr Ruah 

Etz bleiwa 's all stiañ bei dr Dir.

 

Dej söüiga, dej wou weitr hinta gwejs senn,

Dej hawa si auf Zeachaspitza gstöüt.

Voar iañhni, do ligg dinn im Bora

A Khindla, - dr Heiland der Wöü t.

 

Sou nackat und sou arm hawa s' an gsejcha.

Im Bora isch gwejs a aufkheiflts  Stroah.

Und s' Khind isch ganz ruhi drauf glejga.

Es hiañt it und schaugg khrad a sou.

 

Es hot sie mit Stoüz und mit Pracht

Und Herrlichkheit gwiß it verfiahrt

Und hot doch a söüige Macht!

A jedr hot 's inwendi gschpiirt.

 

Und wia s' a si niedrkhniaglt hawa, -

Vo dej hot si khuañ r vrstöüt,

Sie falta dej Händ all zejma,

Dej senn gwejs a wiani starr vo dr Köüt.

 

Sie bringa als Easchts iañhm dar

Dej Winsch fir a Glick ouhni End,

It groaß, awr eahrli und wohr,

Sou wia 's halt an armr Mensch khennt.

 

Nochr ganga s' steed wiedr naus

Und wischpara a wiani mitanand.

Ziahcht jedr sein Göüdbeil raus

Und druckht ebbas an Simma in d' Hand.

 

Sie gejwa's firs Khind sou geara hear,

Und baü dejs eascht greaßr woara isch,

No woasch scho, sie hawa halt it meahr,

Es khennt die guat Meinung schon gwiiß.

 

Sie nejhma Pfiagott vonanand

Und ganga nochr huañ durch di Naacht.

In Bethlehem hot ma nix gschpannt,

Vo denni isch niañmat aufgwacht.

 

Und gang's ejs in d' Metta, ejs Leit,

Nochr rot's enkh dej Gschicht a wiani zsejma!

Und frogg's enkh, ouw dejs nix bedeit,

Daß 's Chhristkhindla bloaß Arme hawa gsejcha!

 


                          FINIS 


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Meringer Advent [und Heilige Nacht]



Mundartgedicht von Dr. Bruno Kratzer +

 

Aus Meringer semmr ….

 

Liawi Leit und liawi Kinder! / Ganz schia langsam kimb der Winter.
Liawi Kinder, liawi Leit  /  Und damit de Weihnachtszeit.

Wer Oge hot, daß er was siacht, / Der siacht valeicht a Weihnachtsliacht
Blos braugsch fir des an reachta Narv  / It bloas an Ranza und a Gschlarf.

Etz in der Zeit wo d'Klosa keima  / Muasch amö dei Alte neima,

Hosch kuna, noch nimmsch a Mensch  / Des wosch valeicht scho länger kennsch,
Sagsch etz wer a Umgang gmacht,  / Und geasch naus in d'Wintemacht
Epper naus a d'Friedenau. / Hosch Beich is als vom Nebl grau.
Hosch Glick, no sigsch an Haufa Steara,  /  De wo allweil höller weara.

Der Mond scheint ra und nei in Leich,  / .Sischt loff't er na so schworz wia Beieh.
Heint glänzt er, wann mas seicha wöllt / Wie a ganzer Baach völl Göld,

Steah na, halt d'Fotza, schaug und dos! / Wersch seicha, was do alls is los.

Zmö do sigsch valeicht an Reach,/ Des wo lust ganz in der Neach.
Valeicht do rupft si no a Haas / Nebs di an magra BischI Gras.
Valeicht triffsch mit an Fixla zamm, / Des wos no it vaschossa hamm.

Wenn oar im Schnea an Haufa macht / No arwat no der Scheer auf d'Nacht.
Und trappsch zmö auf a Steckla nauf, / No[ch]r fliaga a paar Vögl auf.

Und bals die friert an deine Haxa / No grampfüsch gschnö no a paar Daxa
(Dei keima nor an Kaschta nauf / No stellsch no a paar Kerzlan drauf.)
Balsch hoamgeasch nor mit deiner Alta / Und dei kunnt grad sei Fotza halta,

Nor denksch an d 'Weihnacht ganz für di, / Vorausgesetzt sie is solang stü.

I woass, des mit'n Jesuskind, / Des war z 'Palästina hint,

De Schrift sax und des werd o stimma, /  Doch hätt's ja o bei ins sei kinna.

I stell mas fier so hinter Zö. / Do steat a Steara zmö ganz hö
Mit an ganz an bsundra Glanz / Und an ganz an langa Schwanz,

De wous auf Boarabarg nummgeaht / Und wo an Hölz a Hitta steaht.

Do hawas grascht des heili Paar / BaI sie in andre Umständ war.

Für d'Brotzeit dets dei Hitta o / Doch auf amö wars KindIa do. 

 

Der J osef war zerscht reacht verdutzt, / Doch do hot jetz gar nix gnutzt.
D'Maria war a ganz verleiga. / Is hüflos newan KindIa gleiga

Und kua Hebamm zum derroacha. / Der Steara aber war a Zoacha.

Der Hiater hod den Steara gseicha, / Hölt Baura gei a stuckra zeicha,
Und wia dei an dei Hitta keima, / do hauts iana des Gstöll fast zeima.
Sei seicha Engl ganze Heifa, / dei wo singa und wo pfeifa.

Uaner wo dei Musi leit  /  Sag zu di Baura: Liawi Leit,
Diats as ja als Ehr aufneirna,  / Zu enk is hein t der Heiland keima,
Zwar ohne Hemmat, ohne Windla /  Flackts do drin des arme Kindla
Etz schaugs, daß jeder ebbas hölt,  /  Das si des Kindla it verkölt.
Oeaner hölt a Müllifläscha, /  A Persil zum Windlawäscha,

A warma Suppa o fir d'Muada /  An Schnaps für Sepp, des arme Luada.
Und nocha kniaglas allsam na /  Und sie fangas Singa a:

Ehr sei Gott in der Heach /  Und ins herunt der Frieda
Megligscht in der negschta Neach /  Und z'Bonn und z'Indochina.

Hearts auf min Streita und min Schiassa, /  Daß nia mehr d'Miatter hiana miassa
Um ihri Buawa in an Kriag  /  Und daß ins nia mehr 's Gstell  verbiag.
Drum seiz etz z'frieda, gebs a Ruah , /  Zum neia Johr vül Glick derzua!




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